Katzenimpfung – Die Katze rechtzeitig impfen lassen

Katzenimpfungen – Welche Impfungen sind wichtig und wann sollte die Katze geimpft werden?

Katzen sind widerstandsfähiger und zäher als viele andere Tiere. Trotzdem können sie erkranken. Es gibt mehrere Infektionen, die in der Vergangenheit die Ursache für hohe Todesraten in Katzenbeständen waren. Optimale Haltung und Pflege können nicht verhindern, dass Ihr Tier erkrankt. Impfungen wurden entwickelt, um Katzen zu schützen. Als Katzenhalter müssen Sie sich deshalb früher oder später mit dem Thema Katzenimpfungen beschäftigen. Der folgende Beitrag informiert darüber, welche Impfungen sinnvoll für Katzen sind und wann Sie Ihre Katze impfen lassen sollten.

Gründe, warum Sie Ihre Katzen impfen lassen sollten

Eine Impfpflicht für Katzen gibt es hierzulande nicht. Eine Impfung hilft Ihrem Tier, gegen die Erkrankung Abwehrkräfte zu entwickeln. Die Impfspritze dient dazu, Erkrankungen Ihrer Katze vorzubeugen. Katzen können beispielsweise an Erregern erkranken, die sich auch auf den Menschen übertragen können. Durch die Entwicklung von Katzenimpfungen ist es in Deutschland zudem gelungen, die Verbreitung typischer Katzenerkrankungen stark einzuschränken.

Mit Antibiotika bekämpfen Tierärzte Bakterien. Keine wirksamen Mittel dagegen gibt es bisher gegen Viren. Einige Virusinfektionen verursachen bei Katzen bleibende Schäden oder enden sogar tödlich. Meistens ist die Behandlung einer Viruserkrankung aussichtslos und bei speziellen Erkrankungen, zum Beispiel Tollwut, sogar verboten.

Nicht bei allen Krankheiten zeigen sich unmittelbar Symptome. Gefährlich ist, dass diese infizierten gesund wirkenden Tiere kontinuierlich andere Tiere anstecken. Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, ist eine Impfspritze die einzige effiziente Schutzmaßnahme. Gegen die gefährlichsten dieser Katzerkrankungen schützt eine Impfung.

Gegen folgende schwere Erkrankungen können Sie Ihre Katze durch eine Impfung schützen lassen:

  • Tollwut
  • FIP (Übertragbare Bauchfellentzündung der Katzen)
  • Katzenleukose
  • Katzenschnupfen (Calici- und Herpes-Virusinfektion)
  • Katzenseuche (Panleukopenie)

Eine Impfung gegen das Feline erworbene Immundefizienzsyndrom gibt es bis dato leider nicht.

Katzenimpfung: Welche Impfungen Ihre Katze wirklich braucht. Jeder Katzenbesitzer muss sich früher oder später mit dem Thema Impfung auseinandersetzen. Welche Impfungen für die Katze dringend empfohlen werden erfahren Sie hier. Foto: Yastremska/Bigstock

Welche Impfungen braucht Ihre Katze unbedingt?

Die “Ständige Impfkommission Veterinärmedizin” (StIKo Vet.) empfiehlt, jede Katze routinemäßig impfen zu lassen gegen:

  • Tollwut (Freigängerkatzen)
  • Katzenseuche
  • Katzenschnupfen

Des Weiteren kann es sinnvoll sein, dass Sie Ihre Katze bei aktueller Verbreitung und/oder bestimmter Lebensumstände gegen folgende Krankheiten mir einer Impfspritze schützen:

  • Pilzinfektionen
  • Leukose (Feline Leukämie Virus)
  • Felines Coronavirus (FCoV), Feline Infektöse Peritonitis (FIP)
  • Chlamydien
  • Bordetellabronchiseptica

Zudem sind noch weitere Impfungen für Katzen verfügbar. Bei den aufgeführten Infektionskrankheiten handelt es sich um diejenigen, an denen Katzen am häufigsten erkranken. Ihr Tierarzt berät Sie gerne ausführlich, welchen Impfschutz Ihre Katze braucht.

Brauchen Freigänger einen anderen Impfschutz als Wohnungskatzen?

Ihre Wohnungskatze hat in der Regel keinen Kontakt zu Artgenossen. Sie müssen jedoch wissen, dass es auch Erkrankungen gibt, ei denen kein direkter Kontakt für eine Infizierung nötig ist. Beispiele dafür sind die Erkrankungen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Gegen diese Erkrankungen sollten Sie auch Ihre Wohnungskatze durch eine Impfung schützen lassen.

Freigängerkatzen dagegen erkranken vermehrt an Katzenleukämie und Tollwut. Diese Erkrankungen werden durch den Kontakt mit einem infizierten Tier übertragen. Gegen diese Krankheiten müssen Sie Ihre Wohnungskatze nur impfen lassen, wenn Sie Kontakt mit Freigängern hat. Dies kann beispielsweise beim Tierarztbesuch oder beim Aufenthalt in einer Tierpension der Fall sein. In derartigen Einrichtungen besteht ein großes Infektionsrisiko. Für einen nachträglichen Impfschutz ist es beim Kontakt mit einem erkrankten Tier zu spät.

Routine-Impfungen für Katzen

  • Katzenschnupfen: Diese Erkrankung wird durch zahlreiche Erreger und Keime ausgelöst. Da die Erreger nur sehr kurze Zeit in der Umgebung überleben können, erfolgt die Ansteckung meistens direkt von Tier zu Tier. Symptome sind Augen- und Nasenausfluss, Husten und Niesen. Dazu kommen häufig verminderter Appetit, Unlust und Fieber. Katzenschnupfen endet nur selten mit dem Tod. Durch den chronischen Schnupfen können Schädigungen der Hornhaut und/oder der Augen und der Schleimhäute (Zunge) bei der erkrankten Katze auftreten.
  • Katzenseuche: Diese Erkrankung wird auch Panleukopenie genannt und ist eng verwandt mit der bei Hunden auftretenden Parvovirose. Bei Hunden und Katzen können sehr ähnliche Symptome beobachtet werden: Erbrechen, Durchfall sowie Schädigungen des Rückenmarks als Folge der massiven Schwächung des körpereigenen Immunsystems. Katzenseuche kann tödlich enden. Die Ansteckung ist sowohl durch die Aufnahme von Virusmaterial als auch direkt beim Kontakt mit einem infizierten Tier erfolgen.Schutzimpfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche werden von Tierärzten deshalb auch für Wohnungskatzen empfohlen.
  • Leukose: Diese Infektion wird gelegentlich fälschlicherweise auch Katzenaids genannt. Die Übertragung erfolgt durch engen, direkten Kontakt zwischen erkrankten Tieren (kontaminierten Urin und Kot, Katzenkämpfen, gegenseitiger Fellpflege sowie die gemeinsame Benutzung von Futter- und Wassernäpfen. Während der Trächtigkeit können die Babys vom Muttertier infiziert werden.Ähnlich wie bei einer HIV-Infektion beim Menschen kann zwischen der Übertragung und dem Ausbruch der Erkrankung sehr viel Zeit vergehen. Nachdem Ausbruch von Leukose treten folgende Symptome auf: Bildung von Krebsgeschwülsten, Blutarmut, erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen, schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber und verminderter Appetit auf. Auf den Menschen ist Leukose nicht übertragbar.
  • Tollwut: Diese Virusinfektion endet immer tödlich. Die Übertragung erfolgt entweder durch einen Biss eines infizierten Tieres oder den Kontakt mit virushaltigem Material, zum Beispiel Wunden oder Speichel. Menschen können sich ebenfalls mit Tollwut anstecken. Eine Tollwutschutzimpfung müssen Sie zwingend durchführen lassen, wenn Sie mit Ihrer Katze eine Auslandsreise unternehmen. Da Tollwut ohne Impfung auch beim Menschen tödlich verläuft, ist die Behandlung von an Tollwut erkrankten Tieren in Deutschland verboten. Die Tiere müssen getötet werden. Ihre Katze muss nicht getötet werden, wenn sie gegen Tollwut geimpft ist und die Impfung mindestens vier Wochen, aber nicht länger als 12 Monate, zurückliegt.
  • FIP: Diese Viruserkrankung verläuft tödlich. Die Übertragung erfolgt über infizierte Gegenstände oder durch den Kontakt von Tier zu Tier. FIP wird durch die Mutation eines normalerweise harmlosen Virus im Katzenkörper ausgelöst. Die Risikowahrscheinlichkeit einer Mutation ist vom Zustand des Immunsystems des Tieres abhängig. Bricht die Krankheit aus, kann sie sich sowohl in trockener als auch in nasser Form zeigen. FIP ist schwierig zu diagnostizieren, meistens erst durch eine Obduktion der verstorbenen Katze.
  • FIV: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um das tatsächliche Katzen-Aids. Die Übertragungswege sind die gleichen wie beim Menschen. Gegen FIV gibt es aktuell noch keine Schutzimpfung.

Ab welchem Alter dürfen Katzen geimpft werden?

Ihr Katzenbaby dürfen Sie frühestens ab der 8. Lebenswoche impfen lassen. Da ihre kleine Katze einige Wochen nach der Geburt noch durch von der Mutterkatze stammende Stoffe geschützt ist, bilden sich eigene Abwehrkräfte nur in begrenztem Maße aus. Deshalb ist eine Nachimpfung in der 12. Lebenswoche notwendig. Ist Ihr Tier zum Impfzeitpunkt 12 Wochen oder älter, wird die Immunität durch eine Impfung erreicht. Ausnahmen bilden Katzenimpfungen gegen FIP, Leukose und Katzenschnupfen. Bei diesen Schutzimpfungen ist eine zweite Impfspritze innerhalb von 2 bis 4 Wochen nach der Erstimpfung nötig. Für die Grundimmunisierung ist es nie zu spät. Katzenimpfungen müssen jährlich aufgefrischt werden.

Grundimmunisierung der Katze

Art der Impfung1. ImpfungNachimpfung
Panleukopenie, Katzenleukose, Katzenschnupfenca. 9. Lebenswoche12. - 13. Lebenswoche
Tollwutab 12. Lebenswochenicht erforderlich
Feline infektiöse Peritonitis (FIP) (nur sinnvoll bei noch nicht infizierten Katzen)ab 16. Lebenswocheca. 3 Wochen später

Quelle: http://www.bergtierarzt.de/Service/Impfplan-Katze/impfplan-katze.html

Durchführung von Katzenimpfungen

Katze impfen lassen - Welche Impfungen braucht die Katze?
Welche Impfungen für Katzen sind wichtig? Und was für Impfungen brauchen Katzen wirklich? Foto: MVolodymyr/Bigstock

Katzen und andere Tiere dürfen nur von Tierärzten durchgeführt werden. Vor jeder Impfung stellt der Tierarzt sicher, dass Ihre Katze frei von Parasiten, ausreichend ernährt und völlig gesund ist. Ein geschwächter oder kranker Organismus würde nur eine unzureichende oder überhaupt keine Immunität als Impfreaktion ausbilden.

Kosten für Katzenimpfungen

Für Katzenimpfungen sollten Sie regelmäßige Kosten einkalkulieren. In den Impfkosten ist die Voruntersuchung, die Injektion des Impfstoffes, die Ausstellung der Impfbescheinigung, die Injektion und die Kosten für den Impfstoff inklusive. Für die Grundimmunisierung einer Freigängerkatze müssen Sie Kosten zwischen 160 bis 200 Euro einplanen. Die Kosten für eine Grundimmunisierung einer Wohnungskatze variieren zwischen 50 bis 70 Euro.

Für Entwurmungen und Auffrischungsimpfungen fallen jährlich bei Freigängerkatzen Kosten zwischen 100 bis 150 Euro und bei einer Wohnungskatze von 35 bis 60 Euro an. Es ist sinnvoll, dass Sie anhand der Lebenssituation Ihrer Katze gemeinsam mit Ihrem Tierarzt einen Impfplan aufstellen, um Ihre Katze vor lebensbedrohlichen und tödlichen Infektionen zu schützen.

Weiterführende Literatur zum Thema Katzen und Haustiere impfen

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Letzte Aktualisierung am 12.10.2018 um 10:17 Uhr / Werbung / Produktbilder: Amazon.de

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