Covid-19 bei Haustieren – Infos für Besitzer von Katzen

Kann meine Katze an den Corona Virus erkranken oder mich anstecken?

Das neuartige Corona-Virus, welches sich in Deutschland rasend schnell verbreitet, sorgt für Angst und Schrecken In der Bevölkerung. Während die Art und Weise, wie sich das Virus zwischen den Menschen verbreitet, weitestgehend bekannt ist herrscht bei Katzenbesitzern derzeitig noch eine große Ungewissheit dahingehend, ob und inwieweit die Fellnase von dem Corona-Virus ebenfalls betroffen ist. Auch die Frage, ob eine Ansteckung von Mensch zu Tier oder umgekehrt möglich ist, hat große Priorität unter den Katzenbesitzern.

Katzen und Covid19 Virus - Welche Gefahren bestehen?
Katzen und Covid-19 Virus – Welche Gefahren bestehen? Symbolfoto: Von chernobrovin /Shutterstock.com

Die Zahl der Fälle steigt an

Aktuell sind in Deutschland bereits tausende Menschen von dem Corona-Virus betroffen. Erste Quarantänemaßnahmen zur Verlangsamung der Infektionskette wurden bereits getroffen, aber das Risiko ist nach wie vor immense hoch. Jeden Tag aufs Neue werden dementsprechend neue Verhaltensregeln sowie auch Tipps durch die Bundesregierung bekannt gegeben, damit das Risiko einer Neuinfektion auf ein Minimum beschränkt werden kann. Das Problem dabei ist, dass sich diese Maßnahmen lediglich auf den Menschen beziehen und die Tierwelt dabei weitestgehend unbeachtet bleibt.

Aktuell gibt es laut Aussage des FLI (das Friedrich-Loeffler-Institut) keine Anzeichen dafür, dass Katzen oder Hunde ein Infektionsrisiko durch das Corona-Virus für den Menschen darstellen. Das Bundesforschungsinstitut, welches sich auf die Tiergesundheit spezialisiert hat, sieht daher derzeitig keinen Einschränkungsbedarf des Kontakts zwischen Mensch und Tier.

Die Ansicht des Friedrich-Loeffler-Instituts wird aktuell weltweit geteilt und auch die WHO hat diesbezüglich keinerlei gegenteilige Ansichten veröffentlicht. Betont wird jedoch auch ausdrücklich der Umstand, dass es im Hinblick auf das Corona-Virus und die Tiergesundheit noch keinerlei tiefergehende wissenschaftliche Studien gibt.

Hygienevorschriften sollten auch auf die Tiere angewandt werden

Gerade in den Zeiten der Corona-Krise wird vermehrt an die Hygiene des Menschen appelliert. Nur durch penible Hygienemaßnahmen kann die Infektionskette entschleunigt werden. Was für den Menschen gilt, hat dabei auch für die Tierwelt eine essenzielle Bedeutung und gewisse Dinge, die im Alltag vielleicht völlig normal erscheinen, sollten in diesen Tagen vermieden werden. Katzenbesitzer sollten sich in diesen Tagen nicht von ihrem Tier über die Hände lecken lassen oder sollten auch sonst von “Liebesbeweisen”, die das Band zwischen Mensch und Tier stärken, absehen. Dies ist als Schutz vor etwaigen Krankheiten derzeitig besonders empfehlenswert.

Der Grund dafür, dass Katzenbesitzer in diesen Tagen besonders vorsichtig im Umgang mit ihrer Fellnase sein sollten, liegt in Asien. In Hongkong wurde ein Hund auf das Corona-Virus mit “schwach positive” getestet, sodass eine gewisse Anfälligkeit der Vierbeiner im Hinblick auf das Corona-Virus nicht von der Hand zu weisen ist. Das Virus wurde zwar ausschließlich an der Nase sowie Schnauze des Vierbeiners aufgefunden, allerdings sollte dieser Umstand schon alarmierend genug sein. Das FLI konnte diese Daten jedoch nicht genau verifizieren, sodass bislang noch Unklarheit dahingehend besteht, ob der Virus aktiv oder eher passiv gewesen ist. Dementsprechend ist es auch noch unklar, woher der getestete Vierbeiner das Virus erhalten hat. Es gibt gewisse Virusmengen in der Luft, die durchaus als Ursache für den “schwach positiven” Befund des Tieres infrage kommen könnten.

Können Vierbeiner den Virus übertragen?

Auch im Hinblick auf diese Frage gibt es aktuell noch keine sichergestellten Erkenntnisse. Der Besitzer des getesteten Hundes war zwar mit dem Corona-Virus infiziert, allerdings gibt es im Hinblick auf die Übertragung von Mensch zu Tier derzeitig keine Beweise. Da für eine aktive Übertragung des Virus eine gewisse Mindestanzahl von Viren vorhanden sein müssten ist es derzeitig noch erforderlich, dass weitergehende Tests abgewartet werden. Derzeitig wird eher davon ausgegangen, dass sich der Corona-Virus rein zufällig auf der Schnauze sowie im Maulbereich des Tieres aufgehalten hat. Selbstverständlich wurde der Hund, sowie auch der Besitzer, einer sofortigen Quarantänemaßnahme unterzogen. In dieser Quarantänemaßnahme zeigte der Vierbeiner jedoch keinerlei Krankheitsauffälligkeiten.

In Deutschland gibt es derzeitig keine gesonderten Empfehlungen im Hinblick auf eine Absonderung bzw. Quarantäne für Vierbeiner. Dementsprechend ist auch eine Trennung des Menschen von den Tieren nicht erforderlich. Angeraten wird jedoch, dass Menschen im Hinblick auf das Verhalten der Tiere sowie dem Auftreten von weitergehenden Krankheitssymptomen besonders aufmerksam sind. Hierfür ist jedoch eine sehr gute Kenntnis über die normalen Verhaltensweisen der Fellnasen erforderlich. Sollte es zu Auffälligkeiten kommen muss das regional zuständige Gesundheitsamt sowie auch das regional zuständige Veterinäramt direkt darüber in Kenntnis gesetzt werden. Sowohl der Mensch als auch das Tier müssen dann im Hinblick auf die Corona-Virus-Erkrankung getestet werden.

Das Testverfahren, welches derzeitig in Deutschland zur Anwendung kommt, ist sowohl bei dem Menschen als auch bei den Tieren gleich!

Im Hinblick auf die Weitergabe des Virus vom Tier auf den Menschen kann das FLI derzeitig noch Entwarnung geben. Es wird jedoch die Empfehlung ausgesprochen, dass sich Menschen in Quarantäne auch ihren Tieren nicht nähern, da die Übertragung von Mensch auf Tier derzeitig nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Die Dynamik der Pandemie darf dabei niemals vergessen werden, denn auch Tiere können an dem Corona-Virus erkranken.

Welche Folgen drohen bei einer Erkrankung der Katze?

Das Corona-Virus kann bei Fellnasen die sogenannte FIP (Feline Infektiöse Peritontitis) auslösen. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche ausschließlich Katzen betrifft und die sich in einer Bauchfellentzündung manifestiert. Das Brustfell der Katze kann davon ebenfalls betroffen sein. Eine FIP kann sowohl in “feuchter” als auch in “trockener” Form auftreten und bedarf einer umgehenden Behandlung, da anderenfalls sogar im schlimmsten Fall der Tod des Tieres drohen kann. Bei einer rechtzeitigen Diagnose ist jedoch die Heilungschance sehr gut, wobei es hier sehr stark auf das Alter sowie die allgemeine Gesundheit der Fellnase ankommt. FIP kann jedoch durch die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen sehr gut eingedämmt werden, sodass Katzenbesitzer diesbezüglich nicht in Panik geraten sollten.

Generell gilt es auch in Zeiten der Corona-Pandemie, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zwar wird in Deutschland derzeitig vielerorts über eine sogenannte Ausgangssperre debattiert, allerdings sind die Vierbeiner hiervon noch nicht betroffen. Die Frauchen und Herrchen von Freigängerkatzen sollten daher jetzt auf gar keinen Fall die festen Gewohnheiten des Tieres ändern und diese “einsperren”, da hierfür schlicht und ergreifend überhaupt kein Grund besteht. Die besondere Aufmerksamkeit, welche das Tier generell von dem Katzenbesitzer erhalten sollte, ist jedoch durchaus angezeigt. Bis keine anders lautenden Nachrichten veröffentlicht werden kann daher das Leben der Vierbeiner durchaus in der gewohnten Form weitergehen, auch wenn Frauchen oder Herrchen sich vor dem Kontakt und nach dem Kontakt zu dem Tier lieber einmal mehr als einmal zu wenig die Hände waschen sollten. Auch die Dinge des alltäglichen Lebens der Katze, wie beispielsweise der Fressnapf oder die Katzentoilette, sollten in diesen Tagen durch Frauchen oder Herrchen etwas penibler als üblich gereinigt werden. Spezielles Desinfektionsmittel ist hierfür jedoch nicht erforderlich. Die Verwendung dieser Mittel würde höchstwahrscheinlich dazu führen, dass die Fellnase diese alltäglichen Dinge durch den beißenden Geruch gänzlich ablehnt. Gewonnen wäre damit überhaupt nichts, denn die Gefahr einer Infektion über diese alltäglichen Dinge ist für die Vierbeiner mehr als gering.

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[* Dieser Ratgeber-Text entstand nach bestem Wissen und Gewissen am 19.03.2020. Vollständigkeit und inhaltliche Richtigkeit können zu diesem Zeitpunkt nicht garantiert werden, da sich die Situation im ständigen Fluss befindet.]